Tapete reparieren: Löcher, Risse und Nähte richtig ausbessern

Ein kleines Loch von einem Dübel, eine eingerissene Ecke oder eine Tapetenbahn, die sich an einer Stelle löst: Beschädigte Tapeten sind im Alltag schnell entstanden. Gerade an häufig genutzten Wänden reichen manchmal schon ein Möbelstück, ein unachtsamer Handgriff oder ein Umzug, um sichtbare Spuren zu hinterlassen. Die gute Nachricht: Tapeten reparieren ist in vielen Fällen unkomplizierter, als man denkt. Welche Methode die richtige ist, hängt vor allem davon ab, wie groß der Schaden ist und um welche Tapete es sich handelt.

Tapete reparieren: Welches Material wird benötigt?

Bevor Sie mit der Reparatur beginnen, sollten Sie zunächst den Schaden genau betrachten. Nicht jede beschädigte Tapete muss sofort entfernt oder neu tapeziert werden. Für kleine Beschädigungen reicht oft eine überschaubare Grundausstattung.

Für die meisten Reparaturen benötigen Sie:

  • scharfes Cuttermesser
  • Spachtel
  • feines Schleifpapier, falls der gespachtelte Untergrund geglättet werden muss
  • passende Spachtelmasse
  • Tapetenkleister oder Reparaturkleber
  • kleinen Pinsel
  • gegebenenfalls ein passendes Stück Ersatztapete

 

Ein Tapetenrest ist besonders wertvoll

Wenn Sie Ihre Wohnung neu tapezieren, sollten Sie immer einen Rest der verwendeten Tapete aufbewahren. Das gilt insbesondere für Raufasertapete und gemusterte Tapeten. Jahre später ist es häufig schwierig, exakt dieselbe Tapete wiederzufinden. Ein kleines Reststück kann dann ausreichen, um eine beschädigte Stelle nahezu unsichtbar zu reparieren. Bei einer Raufasertapete kommt noch ein weiterer Vorteil hinzu: Die Struktur des Ersatzstücks stimmt bereits mit der vorhandenen Wand überein. So können Sie Ihre Raufasertapete ausbessern, ohne dass große optische Unterschiede entstehen.

Kleine Löcher mit Spachtelmasse reparieren

Diese Methode eignet sich beispielsweise für Nagellöcher oder kleine Bohrlöcher, die nach dem Entfernen eines Dübels zurückbleiben. Welche Spachtelmasse geeignet ist, hängt von der Tapete ab. Bei überstrichener Raufaser eignet sich spezieller Raufaser-Reparaturspachtel, dessen Struktur sich an die vorhandene Oberfläche anpassen lässt. Bei glatten oder gemusterten Tapeten sollte Spachtelmasse dagegen vor allem zur Reparatur des freiliegenden Untergrunds dienen. Entfernen Sie zunächst lose Tapetenreste und gegebenenfalls ausgefranste Kanten rund um das Loch. Füllen Sie die Vertiefung vollständig und ziehen Sie überschüssige Spachtelmasse möglichst oberflächenbündig ab. Lassen Sie die Spachtelmasse gemäß Herstellerangabe vollständig durchtrocknen, bevor Sie die Stelle schleifen, überstreichen oder mit einem Tapetenflicken überarbeiten.

Doppelnahtschnitt für einen sauberen Tapeten­flicken

Bei größeren Beschädigungen lässt sich die Tapete ausbessern, indem ein passendes Stück Tapete eingesetzt wird. Bei gemusterten Tapeten richten Sie den Flicken zunächst exakt am vorhandenen Muster aus. Besonders sauber gelingt das mit dem Doppelnahtschnitt. Dabei legen Sie ein etwas größeres Ersatzstück über die beschädigte Stelle und schneiden mit einem scharfen Cuttermesser gleichzeitig durch das Ersatzstück und die darunterliegende vorhandene Tapete.

Entfernen Sie anschließend das ausgeschnittene Stück der alten Tapete und setzen Sie den Flicken in die entstandene Öffnung ein. Da beide Tapetenschichten beim Schneiden gemeinsam durchtrennt wurden, passen die Schnittkanten exakt zueinander. Das ist besonders hilfreich, wenn die Reparatur möglichst unauffällig bleiben soll.

Nach dem Einsetzen wird der Tapetenflicken mit geeignetem Tapetenkleister oder Reparaturkleber befestigt. Überschüssigen Kleister sollten Sie vorsichtig mit einem leicht feuchten Schwamm entfernen. Anschließend muss die Stelle vollständig trocknen.

Ein­ge­rissene Tapete reparieren

Bei kleinen Rissen, deren Tapetenkanten noch vollständig vorhanden sind, können Sie die Ränder vorsichtig anheben, eine geringe Menge geeigneten Tapetenkleister oder Reparaturkleber daruntergeben und die Stelle behutsam andrücken. Fehlt Material oder ist der Riss stark ausgefranst, ist ein passender Tapetenflicken meist die sauberere Lösung. Bei Mustertapeten richten Sie den Flicken am Rapport aus.

Ab­gelöste Tapeten­ecken und Nähte reparieren

Nicht immer muss die Tapete beschädigt oder eingerissen sein. Häufig lösen sich lediglich Ecken oder Nähte vom Untergrund. Bei solchen Stellen sollten Sie möglichst früh die Tapete reparieren, damit sie sich nicht weiter ablöst.

Heben Sie die lose Stelle vorsichtig an und entfernen Sie Staub sowie lose Kleisterreste. Tragen Sie anschließend etwas geeigneten Tapetenkleister oder Reparaturkleber auf und drücken Sie die Tapete wieder an. Bei einer Naht kann ein Nahtroller helfen, die Kante gleichmäßig zu befestigen. Verwenden Sie dabei nicht zu viel Kleister und arbeiten Sie vorsichtig, damit die Tapetenoberfläche nicht beschädigt wird.

Beschädigte Tapeten­bahn aus­tauschen

Ist eine Tapetenbahn großflächig beschädigt, stark eingerissen oder durch einen Wasserschaden unbrauchbar geworden, kann auch die komplette Bahn ausgetauscht werden. Bei einem Wasserschaden muss zunächst die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt und der Untergrund vollständig getrocknet werden. Bei Schimmelbefall oder anhaltender Feuchtigkeit ist gegebenenfalls eine fachgerechte Sanierung erforderlich. Das ist bei einer Tapetenreparatur aufwendiger als ein kleiner Flicken, führt bei starken Schäden aber häufig zum saubersten Ergebnis.

Dafür wird die beschädigte Bahn vorsichtig entfernt und der Untergrund anschließend aufbereitet. Danach schneiden Sie eine passende Ersatzbahn zu und achten bei Mustertapeten auf den richtigen Rapport. Je nach Tapetenart tragen Sie den Kleister auf die Tapetenrückseite oder direkt auf die Wand auf. Beachten Sie dabei die Verarbeitungshinweise des Tapetenherstellers. Anschließend richten Sie die Bahn aus und drücken sie glatt an. Die angrenzenden Nähte sollten dabei möglichst exakt aneinander liegen.

Raufasertapete reparieren

Raufasertapete reparieren Sie grundsätzlich nach demselben Prinzip wie Sie andere Tapeten ausbessern. Der entscheidende Unterschied liegt in der charakteristischen Oberflächenstruktur. Wird ein größerer Schaden einfach gespachtelt, entsteht an dieser Stelle eine glatte Fläche, die nach dem Streichen sichtbar bleiben kann. Deshalb ist bei größeren Beschädigungen ein Flicken aus möglichst identischer Raufasertapete meist die bessere Wahl.

Besitzen Sie noch einen Rest der ursprünglich verwendeten Tapete, können Sie diesen mit dem Doppelnahtschnitt passgenau einsetzen. Achten Sie darauf, dass Struktur und Körnung möglichst übereinstimmen.

Gerade bei älteren Wänden kann die Reparaturstelle trotz passender Tapete und Farbe etwas heller oder dunkler wirken. Sonnenlicht, Staub und Alterung verändern den ursprünglichen Farbton. Bei einer größeren Tapetenreparatur kann es sinnvoll sein, anschließend die gesamte Wand neu zu streichen.

Fazit: Tapete reparieren statt neu tapezieren

Viele Schäden an Tapeten lassen sich mit überschaubarem Aufwand selbst beheben. Kleine Löcher können gespachtelt werden, größere Beschädigungen lassen sich mit einem passenden Tapetenstück und einem Doppelnahtschnitt ausbessern. Wer Raufasertapete reparieren möchte, sollte besonders auf die vorhandene Struktur achten. So können Sie viele Tapetenschäden selbst reparieren, ohne gleich die komplette Wand neu tapezieren zu müssen.

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