Eine rohe Betonwand wirkt zwar modern und industriell, passt jedoch nicht in jedes Wohn- oder Gestaltungskonzept. Gleichzeitig sind unbehandelte Betonflächen anfällig für Schmutz, Feuchtigkeit und Verfärbungen. Wer eine Betonwand streichen möchte, verbessert deshalb nicht nur die Optik, sondern schützt die Oberfläche dauerhaft. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie beim Betonwand streichen vorgehen, welche Produkte sich eignen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
|
Die Wahl der richtigen Farbe für die Betonwand ist entscheidend für ein langlebiges und gleichmäßiges Ergebnis. Für Wohnräume eignet sich in den meisten Fällen eine hochwertige Dispersionsfarbe. Sie lässt sich leicht verarbeiten, besitzt eine hohe Deckkraft und ist in zahlreichen Farbtönen erhältlich. Da Beton zu den saugenden Untergründen gehört, empfiehlt sich eine Qualitätsfarbe mit guter Deckkraft, damit bereits nach zwei Anstrichen ein gleichmäßiges Ergebnis entsteht.
In Kellerräumen oder anderen Bereichen mit höherer Luftfeuchtigkeit sind Silikatfarben eine gute Alternative. Sie sind diffusionsoffen, sodass Feuchtigkeit aus der Wand entweichen kann, und tragen zu einem angenehmen Raumklima bei. Wichtig ist jedoch: Feuchtigkeit im Keller hat meist eine bauliche Ursache. Ein Anstrich kann die Wand atmungsaktiv halten, behebt aber nicht die eigentliche Quelle der Feuchtigkeit. Reinsilikatfarben setzen zudem einen mineralischen, tragfähigen Untergrund voraus.
Wer besonders strapazierfähige Oberflächen benötigt – beispielsweise in einer Garage oder Werkstatt – kann auf spezielle Beton- oder Epoxidharzfarben zurückgreifen. Diese sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber mechanischer Belastung und lassen sich leicht reinigen. Zu beachten ist, dass Epoxidharzbeschichtungen diffusionsdicht sind. Sie setzen einen trockenen, festen und tragfähigen Untergrund voraus – auf feuchtem Beton kann sich die Beschichtung sonst wieder ablösen.

Bevor Sie mit dem Betonwand streichen beginnen, sollten Sie alle benötigten Materialien und Werkzeuge bereitlegen. Das spart Zeit und sorgt für einen reibungslosen Arbeitsablauf.
Bevor Sie mit dem eigentlichen Anstrich beginnen, sollte die Betonwand überprüft werden. Raue Stellen, Grate oder kleinere Unebenheiten lassen sich mit Schleifpapier oder einem Betonschleifer entfernen. Durch das Schleifen entsteht eine gleichmäßigere Oberfläche, auf der die Farbe besser haftet. Bei neuem Beton spielt außerdem die sogenannte Sinterschicht (Zementhaut) eine Rolle. Diese glatte, verdichtete Oberflächenschicht verhindert, dass Farbe und Grundierung richtig haften. Sie sollte daher gründlich angeschliffen und entfernt werden, bevor weitergearbeitet wird.
Nach dem Schleifen muss die Wand gründlich gereinigt werden. Schleifstaub, Schmutz oder Fettrückstände verhindern, dass die Farbe optimal haftet. Entfernen Sie sämtliche Verschmutzungen sorgfältig und lassen Sie die Oberfläche anschließend vollständig trocknen.
Weist die Betonwand Risse, Löcher oder abgeplatzte Stellen auf, sollten diese vor dem Grundieren ausgebessert werden. Tragen Sie die Spachtelmasse mit einem Spachtel auf, ziehen Sie die Fläche glatt ab und lassen Sie sie vollständig aushärten. Anschließend werden die ausgebesserten Stellen leicht angeschliffen, damit ein gleichmäßiger Untergrund entsteht.
Das Betonwand grundieren gehört zu den wichtigsten Arbeitsschritten. Gerade neuer oder stark saugender Beton nimmt Farbe unterschiedlich auf. Eine passende Grundierung reduziert die Saugfähigkeit des Untergrunds, verbessert die Haftung und sorgt dafür, dass die Farbe gleichmäßig trocknet. Lassen Sie die Grundierung vollständig trocknen, bevor Sie mit dem Streichen beginnen. Die genauen Trocknungszeiten unterscheiden sich je nach Produkt und sollten den Herstellerangaben entnommen werden.
Erst nach der vollständigen Vorbereitung beginnt das eigentliche Betonwand streichen. Tragen Sie die Farbe gleichmäßig mit einer Farbrolle auf und arbeiten Sie größere Flächen nass in nass, damit keine sichtbaren Ansätze entstehen. Ecken und Kanten lassen sich mit einem geeigneten Pinsel sauber ausarbeiten.
Nach dem ersten Anstrich sollte die Farbe vollständig trocknen. Anschließend sorgt ein zweiter Anstrich für eine gleichmäßige Deckkraft und ein hochwertiges Oberflächenbild. Gerade bei hellen Farbtönen oder stark saugendem Beton ist der zweite Anstrich in den meisten Fällen empfehlenswert.
Auch im Außenbereich lässt sich eine Betonwand streichen. Allerdings sind die Anforderungen deutlich höher als im Innenbereich. Regen, Frost, UV-Strahlung und starke Temperaturschwankungen belasten den Anstrich dauerhaft. Verwenden Sie deshalb ausschließlich Fassaden- oder spezielle Betonfarben, die für den Außenbereich geeignet sind. Außerdem sollte die Betonwand trocken, sauber und frei von Rissen sein, bevor sie gestrichen wird. Zeigen sich weißliche Salzausblühungen, sollten diese trocken abgebürstet und nicht nass abgewaschen werden, da die Salze sonst tiefer in den Beton eindringen. Streichen Sie möglichst bei milden Temperaturen und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung oder Regen während der Trocknungsphase. So bleibt der Anstrich über viele Jahre hinweg widerstandsfähig und optisch ansprechend.
Wer eine Betonwand streichen möchte, erzielt mit der richtigen Vorbereitung ein dauerhaft schönes Ergebnis. Entscheidend sind eine geeignete Farbe für die Betonwand und ein sauberer Untergrund. Ebenso wichtig ist, dass Sie die Betonwand grundieren, bevor der eigentliche Anstrich erfolgt. Mit dieser Reihenfolge schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine gleichmäßige Oberfläche.
Abonnieren Sie noch heute unseren kostenlosen Newsletter, der Sie regelmäßig mit nützlichen Neuigkeiten und Informationen zu unseren Produkten & Angeboten versorgt. Die Anmeldung dauert nur einen kurzen Augenblick. Selbstverständlich können Sie Ihr Abonnement jederzeit wieder kündigen.