Ausbildung zum Maler und Lackierer: Das sollten Sie wissen

Sie sind schwindelfrei, handwerklich begabt und haben gute Noten in den Schulfächern Kunst oder Werken? Dann könnte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer genau das richtige für Sie sein. Was es zu der Ausbildung und dem Beruf zu wissen gibt, erfahren Sie hier.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Maler und Lackierer?

Wie die meisten anderen Ausbildungen auch, dauert die Ausbildung zum Maler und Lackierer drei Jahre und ist dual aufgebaut. Das bedeutet, dass ein Teil in einer Berufsschule, der andere direkt im Ausbildungsbetrieb stattfindet. In dem schulischen Teil der Ausbildung wird das theoretische Wissen vermittelt, das Sie für den Beruf benötigen. Auch das Berichtsheft wird in der Berufsschule kontrolliert. Diese Heft muss von dem Auszubildenden während seiner gesamten Ausbildungszeit geführt werden. Es dient dazu, dass der Auszubildende nachweisen kann, ordentlich und gemäß der Prüfungsordnung ausgebildet worden zu sein. Das beutetet auch, dass ohne ein sorgfältig geführtes Berichtsheft die Ausbildung nicht abgeschlossen werden kann. Das Berichtsheft ist schließlich eine der Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, bevor man zu der Abschlussprüfung zum Maler und Lackierer zugelassen wird.

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer ist in unterschiedliche Fachrichtungen aufgeteilt. Wenn Sie eine Ausbildung in diesem Bereich absolvieren möchten, haben Sie die Wahl zwischen:

  • Gestaltung und Instandhaltung
  • Kirchenmalerei und Denkmalpflege
  • Bauten- und Korrosionsschutz

Je nachdem, für welche Richtung Sie sich interessieren, sollten Sie sich Ihren Ausbildungsbetrieb aussuchen.

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer mit Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung

Kundenkontakt und das Interesse auf Baustellen zu arbeiten sind für eine Ausbildung zum Maler und Lackierer der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung Voraussetzung. Hauptsächlich befassen sich Azubis und auch Absolventen dieser Fachrichtung mit Böden, Fassaden, Wände, Decken und sonstige Oberflächen. Dabei werden die Oberflächen und Wände nicht nur neu gebaut oder neu verputzt, sondern auch restauriert und modernisiert. Auch ein großer Teil der Ausbildung zum Maler und Lackierer mit Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung befasst sich damit: Azubis lernen, welche unterschiedliche Materialien es gibt und wie sie richtig eingesetzt werden.

Im gestalterischen Teil der Ausbildung lernen die Azubis, wie sie mit unterschiedlichen Dekorputzen und Tapeten am besten umgehen. Daneben werden sie mit verschiedenen Maltechniken vertraut gemacht, die ihnen bei ihrer dekorativen Arbeit helfen.

Zur Instandhaltung von Böden, Decken und Wänden gehört es, dass Auszubildende zum Maler und Lackierer auch über Wärmedämmung Bescheid wissen. Dazu gehört auch der Einsatz von unterschiedlichen Holz- und Dämmstoffen. Welche Schutzmittel und Lasuren sich für die verschiedenen Materialien, die im Haus verwendet werden, eignen, ist ebenfalls Bestandteil dieser Ausbildung.

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer mit Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege

Vergleichbar mit den Auszubildenden der Fachrichtung Instandhaltung und Gestaltung befassen sich auch Azubis dieser Fachrichtung mit Sanierung. Die Kirchenmalerei und Denkmalpflege ist aber ganz klar auf Kirchenmalerei und historische Gebäude ausgelegt. Auszubildende zum Maler und Lackierer der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege erwerben Kenntnisse in: 

  • Restauration: Alter Skulpturen und Kunstwerke, beispielsweise in Werkstätten bestimmter Museen.
  • Denkmalschutz: Besonders zum Erhalt alter Fassaden, Wandmalereien und Ornamente.
  • Sanierung: Besonders von Fassaden historischer Gebäude und Denkmäler.
  • Rekonstruktion und Reproduktion: Alte Kunstwerke und Skulpturen werden von Malern und Lackierern dieser Fachrichtung kopiert oder wieder hergerichtet. 

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer mit Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz

Im Gegensatz zu der vorwiegend künstlerischen Arbeit des Malers in der Fachrichtung Kirchenmalerei, ist diese Fachrichtung eher pragmatisch. Im Bauten- und Korrosionsschutz geht es hauptsächlich darum, ganze Gebäude, Teile davon oder gar ganze Anlagen zu schützen. Das erreichen Maler und Lackierer dieser Fachrichtung dadurch, dass sie zum Beispiel den vor Ort passenden Schutz auftragen. Damit sind

  • Korrosionsschutzmittel
  • Beschichtungen
  • Anstriche
  • Imprägniermittel, aber auch
  • Füllstoffe und
  • Betonspachtelmasse gemeint.

Denn nicht nur der oberflächliche Schutz von Gegenständen oder Gebäuden gehört zu dem Berufsbild des Malers und Lackierers dieser Fachrichtung. Im Gegenteil: Azubis und Absolventen müssen auch darüber Bescheid wissen, wie Sie Decken, Wände und Böden wieder herstellen können. Wer sich für eine Ausbildung im Bauten- und Korrosionsschutz interessiert, ist daher beispielsweise in Betonsanierungsunternehmen gut aufgehoben.

Wie komme ich an einen Ausbildungsplatz?

Wenn Sie sich für eine Ausbildung zum Maler und Lackierer interessieren, sollten Sie sich zunächst für eine der drei möglichen Fachrichtungen entscheiden.

Werden dann noch die Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllen, steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege. Um Erfolg bei der Bewerbung zu haben, sollten Sie

  • über einen Hauptschulabschluss verfügen,
  • ein Interesse für Kunst (Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege) und Werken und Gestalten haben,
  • ein ausgeprägtes technisches Verständnis besitzen,
  • präzise arbeiten können,
  • gerne mit Kunden zusammen arbeiten,
  • gut im Team arbeiten können,
  • keine Allergien gegen Farbe, Lacke und Staub haben.

Welches Gehalt bekomme ich in der Ausbildung zum Maler und Lackierer?

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer wird in den verschiedenen Ausbildungsjahren unterschiedlich vergütet:

1. Ausbildungsjahr: ca. 550 bis 600 Euro

2. Ausbildungsjahr: ca. 600 bis 650 Euro

3. Ausbildungsjahr: ca. 750 bis 820 Euro

Allerdings variiert die Vergütung von Betrieb zu Betrieb und häufig auch von Bundesland zu Bundesland. Wer vorab wissen möchte, mit welchem Gehalt er in der Ausbildung zum Maler und Lackierer rechnen kann, der sollte direkt im Betrieb nachfragen.

Das hat noch einen weiteren Vorteil: Wenn Sie sich schon einmal bei Ihrem zukünftigen Ausbildungsbetrieb gemeldet haben, sind Sie bei einer späteren Bewerbung bereits im Betrieb bekannt. 

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