Farbroller mit Tank - Wie gut ist das Maler-Zubehör?

„Streichen Sie eine Wand in nur 5 Minuten – und einen Raum in nur 20 Minuten“. In der Werbung werden Farbroller mit Tank als wahre Zeitsparwunder angepriesen. Lästige Vorarbeiten wie Abdecken oder Abkleben seien nicht länger notwendig und die Bedienung kinderleicht. Doch wie gut funktioniert das Maler-Werkzeug in der Praxis und zu welchem Typ sollte ich greifen?

Farbroller
Sind die Tage des herkämmlichen Farbrollers gezählt? Malerpraxis hat Farbroller mit Tank unter die Lupe genommen.

Welche Arten von Farbrollern mit Tank gibt es?

Satte 42 Suchergebnisse liefert der Versandhändler Amazon.de für den Suchbegriff „Farbroller mit Tank“ aus. Die Preisspanne der angezeigten Produkte liegt dabei zwischen 9,99 € und 46,00 €. Zum Vergleich, der Farbroller ohne Tank mit den besten Bewertungen liegt in dieser Kategorie mit 22,90 € preislich gesehen im Mittelfeld. Wir empfehlen den Gang zum Baumarkt des Vertrauens, wo sich mit etwas Glück und dem richtigen Angebot der eine oder andere Euro sparen lässt.

Grundsätzlich kann zwischen drei verschiedenen Grundtypen von Farbrollern mit Tank unterschieden werden: dem Handfarbroller, dem Farbroller mit Teleskoparm und dem motorisierten Farbroller, bei dem das manuelle Pumpen der Farbe entfällt. Zusätzlich werden entsprechende Kantenrollen und Eckenstreicher angeboten, die nach ähnlichem Prinzip arbeiten. Davon abgesehen unterscheiden sich die angebotenen Produkte im Wesentlichen nur in Sachen Hersteller, Fassungsvermögen und Optik voneinander.

Anwendungshinweise für die Arbeit mit Farbrollern mit Tank

Die Anwendung eines Farbrollers mit Tank ist schnell erklärt. Zunächst gilt es den Tank mit der gewünschten Farbe zu befüllen. Hier sollte bei der Produktwahl darauf geachtet werden, dass die Tanköffnung nicht zu klein ist, um zu vermeiden, dass etwas daneben geht. Gleichzeitig muss der Verschluss des Tanks unbedingt dicht sein. Viele der angebotenen Produkte weisen bereits an dieser Stelle erhebliche Mängel auf. Das teuerste Produkt muss zwar, wie so oft, nicht zwangsläufig das Beste sein, dennoch ist es in diesem Zusammenhang ratsam, nicht zum billigsten Farbroller mit Tank zu greifen.

Im nächsten Schritt kann die Streicharbeit laut vieler Hersteller bereits beginnen. Wir raten jedoch dringend dazu, Boden und Fußleisten sowie Tür- und Fensterrahmen, entgegen der Versprechen der Hersteller,  mit entsprechendem Malerkrepp vor dem Streichen abzukleben. Ist das erledigt, kann es aber tatsächlich losgehen. Je nach Ausstattung des Farbrollers muss die Farbe manuell oder elektrisch aus dem Tank in die Rolle hineingepumpt werden. Bei anderen Modellen läuft die Farbe automatisch in die Rolle. Letztere Exemplare sind besonders anfällig für Tropfenbildung und Spritzer.

Ein grundsätzlich wichtiger Faktor bei der Verwendung eines Farbrollers mit Tank ist die Konsistenz der Farbe. Ist die Farbe zu flüssig, sind Tropfen vorprogrammiert, ist die Farbe hingegen zu zäh, lässt sie sich nur mäßig verteilen oder verursacht bei Systemen mit Pumpvorrichtung Schwierigkeiten. Grundsätzlich empfehlen wir dennoch die Verwendung dickflüssigerer Farben. Diese lassen sich mit Wasser verdünnen. So kann sich langsam an die ideale Konsistenz herangetastet werden.

Sparsamer & schneller als eine konventionelle Malerrolle?

Ein Farbroller mit Tank hat in der Praxis nur bedingte Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Malerrolle, wenn es um Arbeitsgeschwindigkeit und Effektivität geht. Da die Farbrolle nicht mehr regelmäßig eingetunkt und abgestreift werden muss, spart man zwar ein wenig Zeit, diese verliert man zu einem Teil aber wieder beim Nachfüllen. Auch für den Pumpvorgang, der bei einigen Produkten manuell erfolgt, muss Zeit einkalkuliert werden. Die Reinigungszeit der Geräte ist darüber hinaus ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Wie sparsam ein Farbroller mit Tank arbeitet ist insbesondere von der verwendeten Farbe, der Qualität des Farbrollers und der eigenen Streichtechnik abhängig. Dies ist gleichermaßen bei konventionellen Malerrollen der Fall. Bei gleicher Produktqualität und Anwendung ist ein Farbroller mit Tank daher nicht sparsamer als ein Farbroller ohne Tank. Unterschiede sind allenfalls marginal und in der Endrechnung vernachlässigbar.

Fazit – Wann lohnt sich ein Farbroller mit Tank?

Farbroller mit Tank haben Vor- und Nachteile. Bei entsprechender Produktqualität kann es durchaus Zeit und Kraft sparen, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Malerrollen kein Eintunken und Abstreifen mehr notwendig ist. Damit dieser Vorteil auch tatsächlich zum Tragen kommt, empfehlen wir unbedingt auf einen Farbroller mit elektrischer Pumpe zurückzugreifen, da andernfalls manuelle Handarbeit notwendig wird.

Handarbeit ist auch bei der Reinigung der Geräte nötig. Der zeitliche Vorteil, der bei der Streicharbeit aufgebaut wurde, wird hier nicht selten wieder verspielt. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass ein Großteil der erhältlichen Produkte mit Kinderkrankheiten wie undichten Tankverschlüssen, Tropfenbildung und unsauberen Streichergebnissen zu kämpfen hat. Eine gewöhnliche Malerrolle aus dem mittleren Preissegment liefert in der Regel die besseren Ergebnisse.

Eine Kaufempfehlung für einen Farbroller mit Tank können wir daher nur bedingt abgeben. Herkömmliche Malerrollen leisten in der Regel das Gleiche und sind günstiger. Bei häufigem Gebrauch kann außerdem je nach Anwendungsgebiet ein Farbsprühsystem die bessere Wahl sein. Ein solches befindet sich preislich zwar noch einmal in einer anderen Liga, leistet aber auch deutlich mehr.

Artikel weiterempfehlen

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Malerpraxis-Newsletter!

Abonnieren Sie noch heute unseren kostenlosen Newsletter, der Sie regelmäßig mit nützlichen Neuigkeiten und Informationen zu unseren Produkten & Angeboten versorgt. Die Anmeldung dauert nur einen kurzen Augenblick. Selbstverständlich können Sie Ihr Abonnement jederzeit wieder kündigen.