Gipskartonplatten richtig spachteln und schleifen

Gipskartonplatten sind leicht, robust, feuerbeständig und einfach in der Verarbeitung. Außerdem tragen sie durch ihre isolierende Wirkung zu einer besseren ökologischen Bilanz bei. Sowohl Wände lassen sich einfach und schnell aufstellen als auch komplette Decken abhängen.

Gipskartonplatten sind leicht, robust, feuerbeständig und einfach in der Verarbeitung.
Gipskartonplatten sind leicht, robust, feuerbeständig und einfach in der Verarbeitung.
Grüne und grau-weiße Gipskartonplatten.
Die Maße der Gipskartonplatten sind standardisiert: 2000 x 1250mm, 2600 x 600mm, 2500 x 1250mm, 2000 x 625mm oder 1500 x 1000mm. Die Stärke der Platten ist ebenfalls standardisiert: 9,5mm oder 12,5mm.

Gipskartonplatten (Rigips) im Trockenbau

Für Feuchträume wie Bäder sollten spezielle Gipskartonplatten genutzt werden (die Grünen). Diese sind etwas schwerer und dicker als die weißen Rigipsplatten. Die Maße der Gipskartonplatten sind standardisiert: 2000 x 1250mm, 2600 x 600mm, 2500 x 1250mm, 2000 x 625mm oder 1500 x 1000mm. Die Stärke der Platten ist ebenfalls standardisiert: 9,5mm oder 12,5mm. Ist die Decke abgehängt oder sind die Wände aufgestellt, geht es ans Spachteln.

Gipskartonplatten in grauweiß.
Gipskartonplatten in grauweiß.

Richtig Rigips spachteln

Oberflächen, Decke und Wände glatt spachteln ist nicht so einfach, aber mit der richtigen Technik und ein bisschen Übung, lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen. Grundsätzlich gilt: je glatter eine Oberfläche ist, desto leichter lässt sich diese spachteln. Wenn mehrere Platten aus Gipskarton verbaut wurden, bleibt zwischen ihnen eine Fuge, die ausgefühlt werden muss.

Bevor es losgeht mit dem Spachteln

1. Spachtelarbeiten sollten erst nach Estrich ausgeführt werden

Der Kunststoffuntergrund wird zunächst mit einer ammo­nia­ka­lischen Netz­mittel­wä­sche oder mit Spiritus gründlich gereinigt, entfettet und mit Hilfe eines Schleifv­lieses angeraut.

Auf scharfe Lösemittel eine Nitro-Ver­dün­nung sollte verzichtet werden, da diese den Kunststoffunter­grund anlösen und Oberflächenstörungen hervor­rufen können.

2. Ebenheit der zu bearbeitenden Flächen prüfen

Mittels einer Wasserwaage und Richtlatte ist die Ebenheit zu prüfen.

3. Kontrolle der Oberfläche der montierten Gipskartonplatten

bezüglich Beschädigungen, Schmutz, Staub aber vor allem auch, dass alle Schrauben versenkt wurden.

4. Konstruktion auf die Festigkeit der Fixierung testen.

Dabei muss die Unterkonstruktion schwingungsfrei sein, damit es nicht zu Rissen kommt.

5. Beim Kauf des Spachtels ist seine Flexibilität zu prüfen.

Es ist ein Mittelmaß zu finden. Er darf sich nicht zu leicht biegen lassen. Dennoch darf auch nicht zu viel Kraft nötig sein, um den Spachtel zu etwas zu biegen.

6. Spachteln immer über 10 Grad

Bei Raumtemperaturen unter 10 Grad beginnen sie am besten keine Gips- und Spachtelarbeiten.

7. Anschlussfugen zum Boden nicht spachteln

Beim Rigips spachteln ist die Fuge, welche zwischen dem Estrich und der Wand besteht, die sogenannte Anschlussfuge zum Boden, nicht zu schließen.

8. Fugenrisse vermeiden

Um Risse entlang dieser Fuge zu vermeiden, ist es wichtig, diese vor dem Überspachteln mit einem flexiblen Fugenband abzukleben.

Spachtelmasse anrühren

Beim Anrühren des Pulvers der Spachtelmasse ist zu beachten, dass Dieses in sauberes und vor allem kaltes Wasser eingestreut wird. Je nach Hersteller ist nun eine Zeit des "Sumpfens" abzuwarten. Erst wenn weitere 2 - 4 Minuten vergangen sind, kann die angerührte Masse umgerührt werden. Bei anderen Herstellern entfällt diese Wartezeit. Es kann per Hand oder mit einem Rührgerät sofort mit dem langsamen Rühren der Spachtelmasse begonnen werden. Das Rühren sollte weder zu schnell erfolgen noch zu viel Zeit in Anspruch nehmen, da die Spachtelmasse sonst nicht die optimale Konsistenz zum Fugen spachteln erhält.

Los geht’s mit dem Verspachteln

1. Löcher mit Spachtelmasse schließen

Mit der Spachtelmasse sollten zuerst alle Löcher bzw. Vertiefungen der Schrauben gefüllt werden. Hat die Spachtelmasse etwas angezogen, steht dem Rigips spachteln nichts mehr im Wege.

2. Senkrechte Fugen sind von unten nach oben zu verspachteln.

So wird die Gefahr minimiert, dass die Spachtelmasse laufend auf den Boden fällt.

3. Immer zuerst quer zur Fuge spachteln

Abgezogen wird dann in Fugenrichtung.

4. Spachtel sauber halten

Beim Rigips spachteln ist darauf zu achten, dass der Spachtel zwischendurch von der Spachtelmasse befreit wird. Ein kleiner Spachtel, um die fest gewordenen Teile abzukratzen, eignet sich hierfür gut.

Foto eines Fugenbands.
Fugendband ist für Fugen unerläßlich.

Besonderheiten beim Spachteln von Gipskartonplatten

1. Fugenband gegen Risse

Zum Rigips spachteln kann ein selbstklebendes Fugenband (oft aus Glasfasergewebe hergestellt) zum Einsatz kommen. Dieses klebt man einfach über die offenen Fugen. Nicht klebendes Fugengewebeband wird wie folgt angebracht: Spachtelmasse in die Fugen drücken und verspachteln. Darauf wird das Fugenband durch leichtes Andrücken fixiert. Die zweite, wesentlich dünnere Schicht, wird über das Fugenband gespachtelt. Es genügt, wenn dieses nicht mehr sichtbar ist.

Eckprofil aus Aluminium.
Eckprofil aus Aluminium.

2. Ecken spachteln und saubere Kanten

Wenn Sie Ecken spachteln wollen, nutzen Sie zu deren Schutz und die optisch besten Ergebnisse zu erzielen spezielle Profile. Es gibt zwei Arten von Ecken in einem Raum: Innen- und Außenecken. Normalerweise müssen nur Außenecken vor Zerstörung geschützt werden. Um hervorstehende Ecken zu schützen, nutzt man am besten Alu-Eckwinkel bzw. Eckprofile. So werden die vergipsten Ecken gerade und schön. Diese Trockenbauwinkel und Eckprofile müssen ebenfalls verspachtelt werden.

 

3. Dauerelastische Übergänge

Besteht der Übergang von Wänden aus unterschiedlichen Materialien, kann ein dauerelastischer Anschluss, beispielsweise mit Acryl oder ein gleitender Anschluss, erforderlich werden. Beim gleitenden Anschluss wird auf den Putz der angrenzenden Wand ein glattes Klebeband aufgebracht.

Fugen schleifen

1. Das richtige Schleifpapier nach dem Spachteln

Nutzen sie zum Abschleifen von Gips und Fugen immer feines Schleifpapier mit einer Körnung von 100 – 180.

2. Flächen plan schleifen

Um die gesamte Fläche plan zu bekommen, kann ein Winkelschleifer verwendet werden. Im Gegensatz dazu sollten die Ecken per Hand geschliffen werden. Die Verletzungsgefahr der Nachbarfugen ist sonst zu groß. Es genügt hierfür, das Schleifpapier einfach um ein Stück Dachlatte zu wickeln.

Nach dem Rigips spachteln und schleifen

Nun kann darauf tapeziert, gestrichen oder sogar Fliesen eben aufgebracht werden.

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