Das richtige Spachtelwerkzeug für erstklassige Oberflächen und Fugen

Im Trockenbau ist Spachteln eine der wichtigsten Aufgaben. Grundsätzlich gilt: Je feiner und sauberer Sie spachteln, desto weniger Nachbearbeitung ist nötig. Zunächst braucht der Profi für Ihren Anwendungsfall geeignet Spachtelmasse, die richtige Spachteltechnik und optimale Baustellenbedingungen. Um die perfekt gespachtelte Wand herzustellen, ist aber auch das richtige Spachtelwerkzeug in verschiedenen Varianten und Größen notwendig. Mit hochwertigem Spachtelwerkzeug für den Trockenbau spachteln Sie glatte Oberflächen ohne sichtbare Fugen, die Sie anschließend in Ihrer Wunschfarbe streichen können.

Die Bedeutung der Q-Werte beim Verspachteln

Am Bau werden Oberflächen in verschiedenen Qualitäten gefordert. Diese stuft man in Q-Werte ein.

  1. Grundverspachtelung = Q1
    Mit der Q1-Verspachtelung ist das Ausspachteln der Fugen gemeint. Bevor Sie mit dem Spachteln beginnen können, wird die Trockenbauwand vorbereitet. Das heißt, die Fugen werden mit einem Pinsel gereinigt, da sich hier gerne Staub ansammelt. Gegebenenfalls werden sie auch grundiert. Tragen Sie die Spachtelmasse quer zur Fuge auf und benutzen Sie eine Glättekelle zum anschließenden Abziehen.

  2. Standardverspachtelung = Q2
    Q2 definiert die Grundverspachtelung mit anschließendem Nachspachteln bis zur glatten, stufenlosen Oberfläche (Finish). Diese Oberflächenqualität reicht zum Beispiel als Untergrund für füllende, mittel- bis grobstrukturierte, matte Anstriche und Wandbeschichtungen (etwa ein Anstrich mit Dispersionsfarbe).

  3. Spachteln mit hohen Anforderungen = Q3
    Eine Q3-Oberfläche ist standardverspachtelt, die Fugen sind breit ausgespachtelt und die Oberfläche scharf abgezogen. O3-Oberflächen eignen sich als Untergrund für fein strukturierte, matte Anstriche, Wandbekleidungen und Beschichtungen sowie für Dekoputz.

  4. Vollflächenverspachtelung = Q4
    Q4-Verspachtelung nennt man zu Recht die Königsdisziplin des Trockenbaus. Nach der Standardverspachtelung und dem Ausspachteln der Fugen erfolgt eine vollflächige Verspachtelung der gesamten Wand. Die Schicht muss zwischen 1 mm und 3 mm dick sein. Zum Schluss wird die Oberfläche mit dem Spachtelwerkzeug geglättet und nach dem Trocknen geschliffen. Nur Q4-Oberflächen eignen sich für Strukturfarben, Vinyl- oder Metallictapeten.

Spachtelwerkzeuge im Trockenbau

Von der Glättkelle über den Stuckateurspachtel bis zur Venezianische Kelle: Bei Spachtelwerkzeugen gilt, je härter das Blatt, desto schwieriger wird die Herstellung gleichmäßiger Oberflächen. Die hochwertigsten handwerklich erstellbaren Flächen sind Q4-Oberflächen. Hier zeigt sich die Qualität des Werkzeugs besonders deutlich.

Glättkelle – das Basiswerkzeug beim Verspachteln
Ohne die Glättkelle (auch Traufel genannt) ist Verputzen undenkbar. Diese Art Putzkelle ist das ideale Spachtelwerkzeug für den Trockenbau und wird von Heimwerkern ebenso häufig benutzt wie von Fliesenlegern, Maurern und Stuckateuren. Das Werkzeug besteht aus rostfreiem Stahlblech mit einem Holz- oder Kunststoffgriff und hat keine Zahnung. Softgriffe erleichtern das Arbeiten, da die Hand dank Ergonomie weniger schnell ermüdet. Verlegewerkzeuge wie Zahnkellen haben dagegen an mindestens einer Seite eine Zahnung zur gleichmäßigen Verteilung des Klebers. Größe und Abstände der Zahnung spielen für das Ergebnis eine wichtige Rolle.

Zahnkellen
Zahnkellen (auch Zahnspachtel genannt) gibt es in vielen verschiedenen Breiten. Man nutzt sie zum Auftragen von Spachtel, im Fliesenlegersektor aber auch für Klebstoffe. Durch die Verzahnung am Rand wird der Spachtel besonders gleichmäßig aufgetragen. Das Material quillt auch nicht so leicht aus der Kelle heraus.

Flächenspachtel: Damit erzeugen Sie perfekte Flächen
Das Blatt des idealen Flächenspachtels sollte größer sein als die halbe Plattenbreite. Zwischen 80 und 100 cm Länge haben sich in der Praxis bewährt. Längere Handwerkszeuge sind unpraktisch, da sie zu schwer sind und sich nicht mehr ergonomisch nutzen lassen. Sie sollten einen Flächenspachtel flach und mit beiden Händen halten können. So vermeiden Sie Wellen im Untergrund und erzeugen eine sehr ebene Fläche. Weiterer Vorteil: Beim Spachteln ziehen Sie nur wenig Material mit ab. Vom Blatt tropft also auch kein Material ab. Sie erzeugen gleichmäßig ebene Flächen und die Verarbeitung bleibt angenehm. Weiche Blätter eignen sich besser zum Ausgleich verschiedener Druck- und Winkelverhältnisse. Dank abgerundeter Ecken werden Grate vermieden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Blatt und Griff einzeln austauschbar sind. So können Sie beides bei Beschädigung leicht ersetzen.

Maurerkellen
Diese Kellen verwendet man mehr zum Verputzen als zum Spachteln, doch eignen sie sich aufgrund ihrer Form auch gut zum Modellieren von Ecken und Kanten.

Effektkellen
Effektkellen wurde speziell zur kreativen Verarbeitung von Strukturfarben entwickelt. Man trägt Putz damit auf und gestaltet Strukturen. Effektkellen besitzen ein elastisches Kellenblatt mit abgerundeten Kanten und erlauben Wandgestaltungen mit viel kreativer Freiheit. Metallpigmente lassen sich mit diesen Spachtelwerkzeugen besonders gut herausarbeiten.

Venezianische Kelle (für Effektputz)
Die Venezianische Glättekelle ist eine solche Effektkelle. Sie zählt zu den wichtigsten Handwerkzeugen in der Baukunst des Mittelalters und wird nahezu unverändert seit Jahrhunderten in ganz Europa eingesetzt. Ursprünglich entwickelte sie ein Handwerker speziell für die edlen Spachteltechniken, für die das Venedig der Renaissance berühmt war. Nach wie vor ist die Venezianische Kelle vorwiegend für Glattputz- und Spachtelarbeiten im Einsatz.

Fugenglätter
Möchten Sie Fugen spachteln, ist das perfekte Spachtelwerkzeug der Fugenglätter. Allerdings wird er längst nicht nur zum Fugen spachteln benutzt, sondern hat ein breites Anwendungsspektrum. Bei diesem Werkzeug kommt es vor allem auf seine handliche Form an. So erreichen Sie auch schwer zugängliche Stellen. Bei der Benutzung sollte sich überschüssige Spachtelmasse am besten seitlich herausdrücken, dann bleiben die Finger sauber. Gute Fugenglätter erzielen stets eine präzise Abziehkante. Mit einer verformten Glättekelle, die trotz aller Schwierigkeiten gerne verwendet wird, ist es nahezu unmöglich, eine Fuge ohne unerwünschte Wellen zu spachteln. Wer trotzdem nicht auf die verformte Glättekelle verzichten möchte, muss in Kauf nehmen, dass er viel häufiger über die Fuge streichen muss, damit sie einigermaßen glatt wird. In der Regel ist auch mehrmaliges Schleifen notwendig. Ersparen Sie sich also die zusätzliche Arbeit und nehmen Sie lieber gleich das richtige Werkzeug.

Das richtige Werkzeug für Q4-Qualität

Für ebene Fugen in Q4-Qualität brauchen Sie eine hochwertige Kelle, die folgendermaßen aussieht:

  1. Sie hat einen Steg in Blattlänge: So ist eine Verformung der Kelle in Längsrichtung nicht möglich.
  2. Sie hat ein schmales, aber langes Blatt: Das reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Verformung in Querrichtung und den Druck im Fugenbereich.
  3. Sie hat ein Blatt aus dünnem Feder-Edelstahl: Dadurch stellt sich das Blatt nicht dauerhaft auf.

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