Latexfarbe überstreichen - Dies gilt zu beachten

In beanspruchten Räumen ist Latexfarbe aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit sehr beliebt, doch nun soll die Wand neu gestrichen werden. Es stellt sich die Frage ob und mit welcher Vorarbeit und welcher Farbe der Anstrich durchgeführt werden kann.

Latexfarbe als solche erkennen

Als erstes gilt es die Latexfarbe überhaupt als solche zu identifizieren, wurde die Wand mit Latex gestrichen ist sie an bestimmten Eigenschaften zu erkennen:

  • Die Wand ist abwaschbar
  • Die Wandoberfläche verfügt über einen leichten bis kräftigen Glanz
  • Schmutz läßt sich mit einem feuchten Tuch einfach entfernen
  • Die Wand fühlt sich glatt an

Die Latexfarbe kann auch mit einem einfachen Versuch erkannt werden. Nehmen Sie einen feuchten Schwamm oder Lappen und bearbeiten die Wand an einer kleinen Ecke. Wenn sich keine Farbe von der Wand löst, handelt es sich um Latexfarbe.

Der Begriff “Latexfarbe” ist dabei historisch bedingt, da echte Latexfarbe natürlichen Kautschuk enthält. Moderne wasserabweisende Farben enthalten stattdessen Kunstharz und haben dieselben Eigenschaften wie die früher verwendete Latexfarbe. Latexfarben auf Basis von Kautschuk und Wasser sind auf dem Markt heute praktisch nicht mehr existent.

Überstreichen mit Dispersionsfarbe oder Latexfarbe?

Die weitere Vorgehensweise hängt entscheidend davon ab, ob die Latexwand mit wasserlöslicher Dispersionsfarbe oder erneut einen Latexanstrich erhalten soll.

Latexfarbe mit Latexfarbe überstreichen

Der Neuanstrich mit Latexfarbe gestaltet sich meist problemlos, einziges Manko ist, daß Abrieb- und Stoßfestigkeit etwas reduziert ist.

Sollte sich die alte Latexfarbe auf Tapete befinden, wird die Tapete nicht entfernt da ein späteres Entfernen der Farbe samt Tapete deutlich einfacher ist, als Latexfarbe direkt vom Putz zu entfernen. Das Entfernen von Latexfarbe direkt auf der Wand ist meist nur mit einer Fassadenfräse möglich.

Als Vorbereitung wird die Wand von Schmutz, Fett und anderen lösbaren Verunreinigungen befreit, wofür ein handelsüblicher Entfetter geeignet ist.

Nehmen Sie anschließend zur Sicherheit einen Probeanstrich vor, um zu sehen wie sich die neue Farbe verhält. Im Zweifel sollte die Wand zunächst mit Haftgrund grundiert werden, die Haftgrundierung dient dann als Vermittlungsschicht zwischen dem Untergrund und dem Neuanstrich, was für eine solide Haftung des Anstrichs sorgt.

Nach Trocknung der Wand erfolgt der Anstrich, abhängig von der Qualität der Farbe kann ein zweiter Anstrich notwendig sein. Die Farben des Maler-Fachhandels übertreffen Qualität und Anzahl der Farbpigmente herkömmlicher Farben aus dem Baumarkt, der Gang zum örtlichen Malerbedarf-Fachhandel kann daher lohnenswert sein.

Latexfarbe mit Dispersionsfarbe überstreichen

Sollte der Latexanstrich der Wand schon älter sein, handelt es sich möglicherweise um echten Latex anstatt Kunstharz. In diesem Fall sollten Sie das vollständige Entfernen des alten Anstrichs mit einer Putzfräse in Betracht ziehen, da die Erfolgsausichten eines Überstreichens überschaubar sind.

Um die Dispersionsfarbe auf eine Wand mit Latex (auf Basis von Kunstharz) aufbringen,ist etwas mehr Vorarbeit notwendig. Durch die Glattheit der Latexoberfläche erhält die Dispersionsfarbe nur unzureichend Untergrundhaftung und würde Risse bilden und abblättern.

Daher muss die Latexschicht aufgeraut werden, was eine Oberflächenvergrößerung bewirkt und die Haftung der neuen Farbe deutlich verbessert. Schleifschwämme mit mittlerer Körnung eignen sich zum Aufrauen und besonders die Ecken und Kanten sollten sorgfältig bearbeitet werden. Nach dem Entfernen von Staub und Schmutz wird Haftgrund aufgetragen und nach der Trocknung erfolgt der Anstrich mit Dispersionsfarbe. Auch hier ist es ratsam vorher an unauffälliger Stelle einen Testanstrich durchzuführen um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Die Dispersionsfarbe sollte nur dünn und bei Bedarf in mehreren Schichten aufgetragen werden um späteren Rissen vorzubeugen.

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