Gipskarton richtig streichen: Mit diesen Tipps gelingt das Renovieren mühelos!

In den USA sind Rigipsplatten schon seit gut 100 Jahren ein beliebtes Baumaterial. Seit den 2.000er Jahren werden sie auch bei uns immer häufiger für Umbau- und Renovierungsarbeiten verwendet, denn ihrem praktischen Nutzen kann sich niemand entziehen.

Längst ist Rigips als Baustoff allgegenwärtig. Die Platten erlauben vielfältige Umbauten, sind preiswert und leicht zu montieren. Ein frischer Anstrich reicht und Räume bekommen eine völlig neue Optik. Mittlerweile gibt es sogar speziell aufbereitete Rigipsplatten, die die Luft reinigen und damit die Gesundheit der Bewohner positiv beeinflussen. Zu diesem Zweck haben einige Hersteller Rigipsplatten mit einem natürlichen Silikat-Komplex ausgestattet. Der dadurch erzeugte Luftreinigungseffekt ist ideal für öffentliche Gebäude wie Schulen oder Universitäten, wo besonders strenge Anforderungen an die verwendeten Baustoffe gelten. Doch bevor Sie eine Wand aus Gipskarton streichen, sind Vorbereitungen notwendig.

Rigips zum Streichen vorbereiten

      1. Reinigen
        Vor dem Auftragen der Grundierung müssen Rigipsplatten gereinigt werden. Vor dem Streichen sollte der Untergrund komplett trocken, frei von Staub und Schmutz sein. Anhaftender Staub lässt sich leicht abbürsten. Überflüssige Spachtelmasse schleifen Sie am besten mit dem Schwingschleifer ab.

      2. Spachteln
        Nach dem Reinigen wird gespachtelt. Spachteln ist zwar nicht ganz einfach, gelingt aber mit der richtigen Technik sehr gut. Verwenden Sie hierfür spezielle Spachtelmasse für Rigips. Diese verrühren Sie mit Wasser (abgestimmt auf das Saugverhalten des Untergrundes) zu einem dickflüssigen Brei. Benötigen Sie eine größere Menge, nutzen Sie zum Mischen am besten eine Bohrmaschine mit Rührstab. Die Spachtelmasse tragen Sie mit einem hierfür gedachten Spachtel auf. Je glatter der Untergrund, desto leichter gelingt das Spachteln. 

      3. Grundieren
        Auf die verspachtelte Platte wird anschließend eine Grundierung aufgetragen. Sie hat die Aufgabe, das abweichende Saugverhalten von Gipskarton und Spachtelmasse auszugleichen. Damit Farben oder Tapeten gut haften, ist ein Anstrich mit Tiefengrund sinnvoll. Der Tiefengrund sättigt die Rigipsplatten und sorgt für einheitliches Saugverhalten auf der gesamten Fläche. Diese Vorbereitung ist leicht zu bewerkstelligen und dürfte auch für gelegentlich tätige Heimwerker kein Problem darstellen. Der Handel bietet eine ganze Reihe von Tiefengrund für Gipsplatten an. Eine grundierte Rigipsplatte ist nach etwa fünf Stunden trocken und kann nun mit Wandfarbe gestrichen werden. Ein weiteres Problem, wenn Sie direkt auf Rigips streichen: Die Gipskartonplatten könnten zu viel Bindemittel aufsaugen, so dass die Farben an Leuchtkraft verlieren. Im schlimmsten Fall zeigen sich bald nach dem Streichen erste Risse im Farbauftrag. Eine Tiefengrundierung beugt dem vor. Sie heißt nicht umsonst so, denn sie dringt tatsächlich tief in die Gipskartonplatten ein.

        Gipskartonplatten streichen ohne Grundierung 
        Sie möchten Rigipsplatten streichen und vorher nicht grundieren? Auch das ist möglich. Gipskartonplatten können Sie auch direkt mit Farbe auffrischen oder verschönern. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

      Gipskarton für Feuchträume

      Für den Umbau von Bädern & Co. im Trockenbau brauchen Sie spezielle Gipskartonplatten (grüne), die etwas dicker und schwerer sind als die handelsüblichen weißen (12,5 mm statt der üblichen 9,5 mm). Alle haben Standardmaße:

      • 1.500 x 1.000 mm
      • 2.000 x 1.250 mm
      • 2.500 x 1.250 mm
      • 2.000 x 625 mm oder
      • 2.600 x 600 mm 

      Verbauen Sie mehrere Gipskartonplatten, entstehen an den Anschlüssen Fugen. Diese müssen mit Spachtelmasse ausgefüllt werden. Bei komplexen Umbauten werden Spachtelarbeiten erst nach dem Estrich ausgeführt. Verwenden Sie keine scharfen Lösungsmittel wie Nitroverdünnung, denn die zerstören die Oberfläche der Rigipsplatten. Prüfen Sie mit einer Wasserwaage, ob die Fläche wirklich eben ist.

      Richtig spachteln: So geht’s! 

      Arbeiten Sie am besten mit Werkzeug, das Sie kennen und das Ihnen liegt. Ein Kriterium für den Kauf eines Spachtels ist seine Flexibilität. Einerseits sollte nicht allzu viel Kraft aufgewendet werden müssen, um mit dem Spachtel vernünftig arbeiten zu können, andererseits darf er sich nicht zu leicht biegen. Probieren Sie mehrere Modelle aus. Damit beim Spachteln entlang der Fuge erst gar keine Risse entstehen, sollten Sie zum Abkleben Fugenband benutzen. Die Anschlussfuge zum Boden darf nicht gespachtelt werden. Spachteln Sie bei mindestens 12 °C Raumtemperatur, da Kälte das Ergebnis negativ beeinflusst.

      Welche Farbe eignet sich für Rigips? 

      Bevor Sie eine Rigipswand streichen können, muss die Grundierung trocken sein und die Oberfläche geglättet werden. Zwar haben viele Heimwerker und auch Maler so ihre Geheimtipps, doch prinzipiell kann eine vorbereitete Rigipsplatte mit jeder normalen Wandfarbe gestrichen werden. Entscheidender ist es, dass Grundierung und Farbe zueinander, zum Untergrund und zum Raum selbst passen. In Keller, Küche und Bad gilt: Nur für Feuchträume geeignete Platten und Farben verwenden. Lediglich diffusionsoffene Farben erlauben den Austausch von Wasserdampf. Silikatfarben und reine Dispersionsfarben sind nicht diffusionsoffen und damit ungeeignet.

      Tipps zur richtigen Farbauswahl:

      • Reine Silikatfarben werden für gipshaltige Untergründe nicht empfohlen.
      • Die meisten Wandfarben, die als Silikatfarben vermarktet werden, sind aber de facto Silikat-Dispersionsfarben. Sie enthalten höchstens 5% organische Substanzen und eignen sich bedingt für Gipskarton. Hinweise darauf, ob das auch auf Ihr Fabrikat zutrifft, finden Sie im Produktdatenblatt.
      • Auch gängige Dispersions-Wandfarben sind nicht diffusionsoffen, denn sie bilden eine feinen Film auf der Oberfläche.
      • Diffusionsoffene Wandfarben entsprechen der DIN EN 1062-1 und sind eine gute und kostengünstige Lösung. Entscheidend für diese wichtige Eigenschaft ist der Sd-Wert. Je niedriger dieser Wert, desto mehr Dampfaustausch ist möglich.

      Die korrekte Farbmenge zum Streichen berechnen

      Wenn Sie Rigips direkt streichen, müssen Sie bedenken, dass Gipskartonplatten viel Feuchtigkeit aufsaugen. Bei grundierten Oberflächen sind daher meist zwei Farbaufträge notwendig. Kaufen Sie lieber mehr Farbe als zu wenig ein, denn nicht angebrochene Gebinde können Sie problemlos zum Händler zurückbringen. Die vom Hersteller auf dem Eimer angegebene Farbmenge pro m² gilt für einen einfachen Farbauftrag auf glatter Fläche. Berücksichtigen Sie auch die Deckklasse der Wandfarbe, die ebenfalls unter den Herstellerhinweisen zu finden ist. Farben der Klasse 4 haben die geringste, Farben der Klasse 1 die höchste Deckkraft.

      Haben Sie an alles gedacht? Dann kann es mit der Renovierung losgehen!

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