Türen lackieren: Der alten Tür einen neuen Anstrich verpassen - so geht´s!

Türen sind ständig im Gebrauch, nach einigen Jahren wirken sie oft nicht mehr frisch, sehen matt aus und haben abgestoßene Ecken und Schrammen. Statt die Türen direkt auszutauschen, lassen sie sich in wenigen Arbeitsschritten aufarbeiten. Bevor man mit der eigentlichen Lackierung beginnt, sollten einige Vorbereitungen getroffen werden. Im Malerpraxis-Artikel erfahrt Ihr im Einzelnen, was zu berücksichtigen ist, welche Utensilien benötigt werden und in welcher Reihenfolge die notwendigen Schritte abgearbeitet werden sollten.

Türen lackieren

Diese Materialien benötigt Ihr, um Türen fachgerecht zu lackieren:

  • Feines Schleifpapier (Körnung zwischen 180-200)
  • Schleifklotz
  • Lack
  • Grundierung
  • 2 Arbeitsböcke
  • Weitere Utensilien: Lackwanne/ Farbwanne, Pinsel, Rolle, Abdeckfolie, Rührstab, Lappen  

Vorüberlegung – Welcher Lack eignet sich für Türen?

Bevor mit den ersten handfesten Arbeitsschritten begonnen werden kann, gilt es vorab einige Überlegungen zu treffen, um ein einwandfreies Endergebnis zu gewährleisten.

Zunächst stellt sich die Frage, welcher Lack im Voraus verwendet wurde. Ist der Altanstrich bekannt, kann dieselbe Art von Lack verwendet werden. Wenn der Altanstrich nicht zu erkennen ist, sollte der alte Lack komplett entfernt oder eine Grundierung als Haftvermittler aufgetragen werden.

Bei der Frage, welcher Lack für einen Anstrich geeignet ist, wird zwischen wasserbasiertem Acryllack und lösemittelhaltigem Kunstharzlack unterschieden. Acryllacke sind wasserlöslich und umweltfreundlich, sie enthalten nur wenig Lösemittel und sind geruchsneutral. Zudem lassen sich die Arbeitsgeräte im Nachhinein mühelos mit Wasser reinigen. Im Gegensatz zum Acryllack haben Kunstharzlacke eine hohe Deckkraft und sind sehr strapazierfähig. Neben der langen Trocknungszeit ist der stechende Geruch des Lackes ein großer Nachteil.

Besonders zu beachten ist, welche Anforderungen der Lack erfüllen muss. Bei einer Tür der Außenfassade muss der Lack widerstandsfähig sein, das bedeutet UV- und wetterbeständig. Im Gegensatz dazu sollte der Lack für Innentüren, wie beispielsweise Zimmertüren, ohne bedenkliche Zusatzstoffe, Lösemittel und schadstoffarm sein.

Die nächste Überlegung betrifft das Material der Türen, denn nicht jeder Lack ist für jedes Material geeignet. Für Holztüren eignen sich entsprechende Acryllacke. Bei Kunststofftüren muss vorab eine Grundierung als Haftvermittler aufgetragen werden.

Arbeitsschritte – Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Vorbereitung
    Eine Türe lässt sich im eingebauten Zustand nur mühsam lackieren, aus diesem Grund wird die Türe zunächst ausgehängt. Anschließend werden sämtliche Türbeschläge abmontiert und die Türe waagrecht auf zwei Arbeitsböcke platziert. Unter der Arbeitsfläche sollte vorsichtshalber eine Abdeckfolie oder ähnliches gelegt werden. Außerdem können die Böcke ebenfalls mit Folie abgedeckt werden, damit während der Arbeit keine Beschädigungen entstehen. Besteht der Fall, dass Teile der Türe nicht abmontiert werden können, lassen sich diese einfach mit Malerkrepp abkleben und schützen.

  2. Anschleifen
    Bei diesem Schritt wird der Lack leicht aufgeraut, sodass die neue Lackierung besser haftet. Für den Fall, dass der alte Lack abblättert oder löchrig ist, muss dieser komplett heruntergeschliffen werden. Hierbei eignen sich spezielle Schleifmaschinen, wie beispielweise ein Exzenterschleifer.

    Unbeschädigte Flächen werden mit einem feinen Schleifpapier angeschliffen. Für große Flächen, wie das Türblatt, eignet sich ein Schleifklotz. Härteres Schleifpapier ist hier nicht empfehlenswert, da ansonsten Riefen auf der Oberfläche entstehen können. Beim Schleifen ist es wichtig darauf zu achten, gleichmäßig zu arbeiten, das bedeutet, stetig mit leichtem Druck in Richtung der Maserung zu schleifen.

    Anschließend wird die Oberfläche von Staub, Schmutz und Fettrückständen befreit. Daher die Türe mit einem nebelfeuchten Tuch mehrmals abwischen und nach Bedarf mildes Reinigungsmittel verwenden. Dieser Schritt muss besonders sorgfältig durchgeführt werden, denn verbleibender Staub hinterlässt im Nachhinein Unregelmäßigkeiten.

  3. Grundierung
    Die Basis einer Lackierung ist die Grundierung. Diese sorgt für eine gute Haftung und verbessert die Deckkraft & Verarbeitung. Jedoch ist eine Grundierung nicht immer notwendig. Ist die Türe bereits lackiert und im vorherigen Schritt nur leicht angeraut worden, kann mit dem folgenden Schritt „Lackieren“ fortgesetzt werden.

    Genau wie beim Lackieren, wird die Grundierung auf kleinen Flächen oder Kanten mit einem breiten Flachpinsel aufgetragen. Große Flächen können wiederum bequem mit einer Lackierrolle bestrichen werden. Nachdem die Grundierung vollständig trocken ist, wird die Oberfläche nochmals leicht angeraut und anschließend gesäubert.

  4. Lackieren
    Nachdem sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen wurden, kann mit dem Anstrich begonnen werden. Dazu die Farbe aufrühren und anschließend in eine Lack- oder Farbwanne geben. Daraufhin mit den kleinen Flächen beginnen und anschließend die großen Flächen gleichmäßig bestreichen.

    Unser Tipp: Tragen Sie lieber 2 dünne Schichten auf, da bei einem dicken Anstrich Pinselspuren entstehen. Außerdem wird der Lack nass in nass aufgetragen, dabei sollte zügig und ohne Pausen gearbeitet werden.

    Abschließend muss der Lack vollständig trocknen. Wenn die Türe von beiden Seiten lackiert und getrocknet wurde, können die Belege wieder angeschraubt und die Türe einhängt werden.

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