Gängige Methoden zur Untergrundprüfung

Die richtige Untergrundprüfung auf der Baustelle – wir heißen Sie zur neuen Malerpraxis-Reihe herzlich willkommen. Die Beschaffenheit des Untergrundes zu überprüfen, ist bei jeder Art von Oberflächenbehandlung der erste Schritt und unerlässlich. Lesen Sie hier, welche Prüfungsmethoden auf Baustellen üblich sind und wie sie durchgeführt werden können.

Durch das Reiben mit der Hand oder einem Tuch lässt sich erkennen, ob die fragliche Fläche sandet, kreidet oder mehlt.
Durch das Reiben mit der Hand oder einem Tuch lässt sich erkennen, ob die fragliche Fläche sandet, kreidet oder mehlt.

So prüfen Sie auf Baustellen richtig

Simpel, aber effektiv: Augenscheinprüfung und Abklopfen

Bevor gekratzt, gerieben und gemessen wird, nehmen Sie zuerst die zu bearbeitende Fläche in Augenschein, egal ob mineralisch, metallisch oder hölzern. Schon auf den ersten Blick stellt das geschulte Auge Risse oder auffällige Unebenheiten fest und kann so folgende Verarbeitungsfehler vermeiden. Vor allem erhöhte Feuchtigkeit in Putz- oder Betonuntergründen offenbart sich optisch auffällig durch dunkle Bereiche, Stockflecken oder sogar Schimmelpilze

Ebenfalls sehr leicht lassen sich nicht haftende Ausbesserungsstellen oder Hohlstellen in Putz oder Beton finden. Einfach mit einem Hammer abklopfen und darauf achten, ob sich der Klang in bestimmten Bereichen verändert.

Genauere Betrachtung und exakte Ergebnisse: Feuchtigkeitsmessung und Benetzungsprobe

Reicht die Augenscheinprüfung nicht aus, weil beispielsweise ein gewisser prozentualer Anteil Feuchtigkeit nicht über- oder unterschritten werden darf, kann ein Feuchtigkeitsmessgerät Sicherheit bringen. Es ermittelt den exakten Wert, der zum Beispiel bei maßhaltigen Holzbauteilen enorm wichtig ist.

Auch feine Haar- und Netzrisse in Wänden und Decken, sind häufig augenscheinlich nicht erkennbar. Hier hilft die Benetzungsprobe, denn aufgrund der stärkeren Wasseraufnahme zeichnen sie sich dunkel ab. Zudem lassen sich so auch gleich Saugverhalten, Quellbarkeit und die Haftung im feuchten Zustand beurteilen. Bei metallischen Untergründen zeigt diese Untergrundprüfung, ob Öle und Fette darauf sind.

Den Flächen auf den Grund gehen: Abriebprobe und pH-Wert ermitteln

Um herauszufinden, ob und welche Vorbehandlung eines Untergrundes nötig wird und den Aufbau der Beschichtung richtig zu bestimmen,  sollte die Abriebprobe durchgeführt werden. Durch das Reiben mit der Hand oder einem Tuch lässt sich erkennen, ob die fragliche Fläche sandet, kreidet oder mehlt und auch, ob sich Verschmutzungen oder Ablagerungen auf ihr befinden, die die Haftung beeinträchtigen würden.

Wichtig, vor allem bei Putz, Beton und Faserzement, ist die Alkalität des Untergrundes, da sie beispielsweise Schimmel und die Korrosion des Stahls im Beton verhindert. Einfach lässt sich der pH-Wert mittels Indikatorpapier oder -lösung bestimmen, alkalisch ist der Untergrund, wenn er größer als 7 ist.

Alte Beschichtungen am Untergrund richtig behandeln: Lösungsmittelprobe, Schichtdickenmessung und Gitterschnitt

Ist der Untergrund bereits beschichtet, kann die Lösungsmittelprobe dabei helfen zu erkennen, um welche Art von Beschichtung es sich handelt. So werden etwa Dispersionslacke und Kunstharzfarben durch Nitro-Verdünnung angelöst, Silikatfarben hingegen sind gegen sie unempfindlich.

Um außerdem festzustellen, wie dick die Beschichtung ist, was wichtig für ihre Wetter-, Korrosions- und Brandschutzeigenschaften ist, kann eine Schichtdickenmessung erfolgen. In eine nasse Lackschicht wird dabei einfach ein Messkamm hinein gesetzt. Bei bereits getrockneten Beschichtungen auf metallischen Flächen hilft ein elektronisches Schichtdickenmessgerät, auf nicht metallischen Untergründen ein Ultraschall-Schichtdickenmessgerät.Lösemittelverdünnbare Grundiermittel.

Diese sollten aus Gründen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes durch wasserverdünnbare Grundiermittel ersetzt werden.

Wollen Sie bei der Untergrundprüfung die Haftfestigkeit der alten Beschichtung ermitteln, bietet als zuverlässigste Methode der Gitterschnitt an. Hierzu einfach sechs Quer- und sechs Längsschnitte in rechtem Winkel zueinander bis zum Untergrund ritzen, der Abstand ist abhängig von der Schichtdicke. Es entsteht ein Gitter mit 25 Kästchen, auf das im Anschluss ein transparentes Klebeband geklebt und dann ruckartig wieder abgezogen wird. „Sehr gut“ ist die Haftfestigkeit, wenn die Schnittränder glatt sind und nichts abgeplatzt ist.

„Sehr schlecht“ ist sie hingegen, wenn  mehrere Kästchen ganz oder teilweise abgeplatzt sind und die abgeplatzte Fläche mehr als 35 Prozent beträgt. Weniger genau, aber dennoch funktional ist die Kratzprobe, bei der mit einem Messer nur ein Schnitt in die Beschichtung geritzt wird.

 

 

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