IG BAU erklärt Mindestlohnverhandlungen für gescheitert

Verhandlungsführer Carsten Burckhardt: "Arbeitgeber haben große Chance für fairen Wettbewerb vertan".

(Foto: Marek Studzinski / Unsplash)

Die Verhandlungskommission der Industriegewerkschaft Bauen-Agar-Umwelt (IG BAU) hat am gestrigen Montag die Verhandlungen über einen neuen Branchenmindestlohn im Bauhauptgewerbe für gescheitert erklärt. Erst wenn die IG BAU bereit wäre, den Branchenmindestlohn für Facharbeiterinnen und Facharbeiter, den Mindestlohn II, gänzlich aufzugeben, wollen die Arbeitgeber ein Angebot für den Mindestlohn I vorlegen. "Die Methode 'friss oder stirb' funktioniert bei uns nicht – Verhandlungen gehen anders", sagt IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt, der auch Verhandlungsführer für die Gewerkschaft ist. Seit dem 31. Dezember 2021 ist der alte Mindestlohnvertrag ausgelaufen, das heutige Treffen ist schon die dritte Verhandlungsrunde. "Jetzt ist auch Schluss mit 'auf Zeit spielen'." Alle von der Gewerkschaft vorgeschlagenen Modelle für fairen Wettbewerb und gegen Lohndumping haben die Vertreterinnen und Vertreter des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes sowie des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie abgelehnt.

Nach wie vor ist es für Burckhardt ein Rätsel, dass man in Zeiten eines immer größer werdenden Fachkräftebedarfs das System der Branchenmindestlöhne zerschlagen will. "Es ist ein über Jahrzehnte bewährtes Modell und schützt vor allem die Arbeitgeber, die sich an die Regeln halten und ordentliche Tariflöhne zahlen."

Der Branchenmindestlohn I im Bauhauptgewerbe betrug noch bis Ende vergangenen Jahres 12,85 Euro, für Facharbeiter*innen im Westen und in Berlin 15,70 Euro (Mindestlohn II). Der allgemeine Mindestlohn beträgt derzeit 9,82 Euro, er steigt im Juli auf 10,45 Euro und im Oktober auf 12 Euro. Die Bundestarifkommission der IG BAU tagt am morgigen Dienstag und muss dem Scheitern der Verhandlungen noch endgültig zustimmen, was zu erwarten ist. Voraussichtlich Ende März beginnt dann die Schlichtung.

Unabhängig von den Branchenmindestlöhnen ruft die IG BAU alle am Bau Beschäftigten, die im Westen weniger als 21 Euro und im Osten weniger als 20 Euro verdienen, auf, ihren Arbeitgeber zu wechseln. Wer dazu Unterstützung benötigt, kann sich unter der Hotline 069 / 95737-584 bei der IG BAU melden.

 

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