Ab 2012 gelten neue Urlaubsregelung im Maler- und Lackiererhandwerk

Ab 2012 erfolgt eine neue Berechnung für den Urlaub der Beschäftigten im Maler- und Lackiererhandwerk. Darauf haben sich die Tarifvertragsparteien, der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz und die IG BAU nunmehr verständigt.

Neue Urlaubsregelung für Maler und Lackierer
Ab 2012 gelten andere Urlaubsregelungen für Maler und Lackierer. Was sich geändert hat erfahren Sie bei Malerpraxis.

Neue Urlaubsregelung im Maler- und Lackiererhandwerk

Der Tarifkompromiss sieht vor, dass sich die Urlaubstage zukünftig nach der Gewerbezugehörigkeit richten. Bisher war das Alter der Beschäftigten maßgebend. Es bleibt dabei, dass nicht generell eine gleiche Anzahl von Urlaubstagen für alle Mitarbeiter/-innen besteht. Ab dem 01.01.2012 haben die Arbeitnehmer/-innen einen Urlaub von 25 Arbeitstagen. Für alle Arbeitnehmer/-innen ab einer Gewerbezugehörigkeit von 12 Jahren erhöht sich dies auf 28 Arbeitstage, ab einer Gewerbezugehörigkeit von 22 Jahren gelten 30 Arbeitstage. Für den Zeitraum in den Jahren 2012 bis 2015 wurden Übergangsregelungen geschaffen, um die Folgen des Systemwechsels abzufedern. Bei der Berechnung der Gewerbezugehörigkeit werden Ausbildungszeiten nicht berücksichtigt. Das Urlaubskassenverfahren soll bürokratisch einfacher gestaltet werden.

In der Rechtsprechung hat es in der Vergangenheit, angesichts eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs, Zweifel gegeben, ob die Bestimmung der Urlaubstage nach Alter rechtlich zulässig ist. So hat u. a. das LAG Düsseldorf einer Klägerin den Anspruch auf die höchste Anzahl Urlaubstage nach der Urlaubsregelung zugesprochen, obwohl für die Klägerin nach dem Alter erst ein geringerer Anspruch nach den tarifvertraglichen Regelungen bestand. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Paul Laukötter, erklärte dazu: „Wir wollten Rechtssicherheit für die Betriebe und die Beschäftigten schaffen. Zudem ist der System- wechsel auch notwendig, um auf die zunehmende Alterung der Mitarbeiter/-innen zu reagieren. Im Durchschnitt ist die Zahl der Urlaubstage im Urlaubskassenverfahren seit 2004 um ca. 0,6 Tage angewachsen. Wir mussten damit auch bei der Finanzierung des Urlaubskassenverfahrens eine neue Gestaltung vornehmen.“

Der Beitrag zur Urlaubskasse steigt – soweit die Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Tarifvertrages rechtzeitig erfolgt – zum 01.10.2011 von derzeit 12,1 % auf 12,45 %. In den Folgejahren kann nach dem Stand der heutigen Berechnungen ab 2014 der Beitrag wiederum auf 12,35 % und ab 2016 auf 12,3 % gesenkt werden.

Der Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses, Paul Laukötter weiter: „Wir haben uns den zunächst leichten Anstieg beim Beitrag nicht einfach gemacht. Seit Mitte des vergangenen Jahres haben wir in einer Reihe von Verhandlungen bzw. Arbeitsgruppensitzungen unterschiedliche Modelle gerechnet und diskutiert. Bereits seit mehreren Jahren ist der derzeitige uk-Beitrag nicht ausreichend. Im Jahre 2004 wurde eine erhebliche Senkung der Beiträge von 17 % auf 12,1 % der Bruttolohnsumme vorgenommen. Dies wurde teilweise aus aufgebauten Rücklagen bei der uk finanziert. Diese Rücklagen sind nun aufgebraucht. Es war und ist unser Ziel, möglichst das Geld bei den Betrieben zu belassen. Auch ohne den angestrebten Systemwechsel hätte es eine Änderung im Beitrag zur uk bedürft. Mit dem neuen System geht die Zahl der durchschnittlichen Urlaubstage von derzeit 27,6 Tagen in der Branche auf 27,3 Tage (2016) zurück. Dies zeigt, dass der Trend zum „Mehrurlaub“ nach der Altersstaffel aufgehalten wurde und sich über den Systemwechsel die Zahl der durchschnittlichen Urlaubstage reduziert.“

Die Innungsmitglieder erhalten umfangreiche weitere Informationen, u. a. mit den Urlaubstabellen über die Fachorganisation bzw. unter www.farbe.de.

Artikel weiterempfehlen

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Malerpraxis-Newsletter!

Abonnieren Sie noch heute unseren kostenlosen Newsletter, der Sie regelmäßig mit nützlichen Neuigkeiten und Informationen zu unseren Produkten & Angeboten versorgt. Die Anmeldung dauert nur einen kurzen Augenblick. Selbstverständlich können Sie Ihr Abonnement jederzeit wieder kündigen.