Fassadenfarben anwenden

Welche ist die richtige Farbe?

Noch vor wenigen Jahren gab es nur eine Fassadenfarbe: Grau. Variationen in der Optik gab es nur durch verschiedene Strukturen, wie beispielsweise der Kellen-, Rau- oder Kratzputz. Heutzutage muss es nicht nur grau sein, denn es gibt Fassadenfarben in allen erdenklichen Tönen. 

Egal für welche Farbe sich entschieden wird, sie müssen vor allem eins: etlichen Anforderungen genügen. Fassadenfarben müssen gut decken, Pilz- und Moosbefall trotzen, atmungsaktiv sein und möglichst gut haften. Im ersten Teil unseres Zweiteilers klären wir daher zuerst welche Fassadenfarben es auf dem Markt gibt und wie man sie unterscheidet.

Fassadenfarben dienen der Gestaltung, sie sollen aber vorwiegend eine Schutzfunktion übernehmen. Sie werden ständig hohen Belastungen durch Witterungseinflüsse wie Wasser, UV-Strahlen sowie Luftverschmutzungen ausgesetzt und daher vor allem wetterbeständig sein. Weitere wichtige Eigenschaften sind die Haftung zum Untergrund, Atmungsaktivität, Wasseraufnahmefähigkeit sowie optimaler Schutz gegen Algen oder Moos. Bei Fassadenfarben kann man zwischen verschiedenen Varianten für unterschiedliche Anwendungen wählen.

Silikatfarbe
Silikatfarbe, auch Mineralfarbe, Wasserglasfarbe oder Keimfarbe genannt, ist eine Fassadenfarbe, welche als Bindemittel Kaliwasserglas verwendet. Dadurch wird sie lange haltbar, hat gute Farbeigenschaften und ist sehr witterungsbeständig. Ein weiterer Vorteil: durch ihre organischen Bestandteile bietet sie Algen oder Pilzen keinen Nährboden. Silikatfarbe wird vornehmlich auf zementgebundenen und porösen Untergründen, Klinker, Ziegelsteinen oder Faserzement verwendet. Da sie, anders als Dispersionsfarbe, eine unlösbare Verbindung mit dem mineralischen Untergrund eingeht, spricht man hier von Verkieselung.

Silikatfarbe bietet satte Farben, jedoch ist die Auswahl an Farbtönen vergleichsweise klein, da nur wasserglasbeständige Farbpigmente benutzt werden können. Da diese Fassadenfarbe alkalisch-ätzend wirkt, sollte sie mit Vorsicht und ausreichender Sachkenntnis verarbeitet werden.

Kalkfarbe
Kalkfarben werden heute meist bei Sanierungen verwendet. Sie ist alkalisch, wirkt desinfizierend und daher besonders atmungsaktiv und ökologisch. Da sie aber nicht besonders farbintensiv ist, eignet sie sich eher für Pastellfarben. Kalkfarbe hält besonders gut auf noch feuchtem Kalkputz.

Polymerisatharzfarbe
Die Fassadenfarben basieren nicht auf Wasser, sondern enthalten Lösemittel. Gebunden werden sie oft mit Acrylharzen. Sie haften sehr stark auf Untergründen, wie Putzen, Ziegelmauern oder Beton und verfestigen sie. Da Polymerisatharzfarben kein Wasser enthalten können sie auch im Winter und bei tiefen Temperaturen verarbeitet werden.

Bevor es an den Kauf oder die Anwendung von Fassadenfarben geht, sollte man sich genau über das Produkt informieren. So gibt es Besonderheiten was das Abtönverhalten, aber auch die Eigenschaften der Farben angeht. Wie Fassadenfarbe fachgerecht angewendet wird und was für Tipps es gibt, lesen Sie in unserem zweiten Teil.

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